Zu sehen ist eine Ortsansicht von Schwabenheim und das Paulchen, die Brunnenfigur des Marktbrunnens
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Schwabenheimer Geschichte

Auf eine frühzeitliche Besiedelung des Selztales um  600 v. Chr. lassen zahlreiche Funde schließen. Schwabenheim geht wie die meisten rheinhessischen Orte auf eine fränkische Siedlung zurück, die im Jahre 766 erstmals in d en Annalen des Klosters Lorsch genannt wird.

962 bestätigte Kaiser Otto I. die Rechte und Besitzungen des Abtei St. Maximin bei Trier über verschiedene rheinhessische Orte, darunter auch "Suaveheim". Der Ort hatte durch Verpfändungen zahlreiche Besitzer, wie das Erzbistum Mainz, die Stadt Mainz und schließlich ab 1375 den Kurfürsten von der Pfalz. Die unmittelbare Unterstellung unter die Gewalt des Kaisers kommt heute noch im Wappen zum Ausdruck, das den doppelköpfigen Reichsadler zeigt. Förmlich aufgenommen in den Kreis der Reichsdörfer, die keiner Leibeigenschaft und Frondiensten unterworfen waren und denen freie Jagd und Fischerei zustand, wurde Schwabenheim erst 1443.

Gefördert durch die Kurfürsten von der Pfalz wurde auch in Schwabenheim die Reformation 1556 eingeführt. Danach wechselte die Pfarrei neunmal ihre Konfessionszugehörigkeit und wurde von lutherischen, reformierten und katholischen Priestern geleitet, ehe sie 1705 bei der großen pfälzischen Kirchenteilung in die reformierte und katholische Kirche aufgeteilt wurde.

Die Benediktinermönche des Klosters St. Maximin in Trier übernahmen 1693 selbst die Seelsorge in der Pfarrei Schwabenheim und leiteten sie bis 1708 von der Probstei aus.

Der Dreißigjährige Krieg hinterließ auch in Schwabenheim seine grausamen Spuren. Einen Einschnitt in die örtliche Geschichte bildete das Einrücken der französischen Revolutionsheere. Nach einer ersten Besetzung 1792 erhielt gerade der Flecken Schwabenheim 1796 einen vernichtenden Schlag, als nämlich der Ort in Brand gesteckt wurde. Bis 1815 stand Schwabenheim unter französischer Verwaltung. In diese Zeit fällt auch die Errichtung des ersten Betriebes in Schwabenheim, einer Zuckerfabrik, die aber - genauso wie die 1880 entstandene Essigfabrik eine Glas- und eine Gummi- und Celluloidfabrik - ihren Betrieb wieder einstellte. Die berufliche Zusammensetzung der Bevölkerung ist heute gemischt, neben dem Stamm von Landwirten und Winzern ist eine große Anzahl von Werktätigen zu verzeichnen, die als Pendler in den umliegenden Industriebetrieben ihren Lebensunterhalt verdienen.

Bereits seit der urkundlichen Erwähnung des Dorfes im Jahre 766 wird in Schwabenheim der Weinbau betrieben. Heute werden von den Winzern ca. 170 ha Weinberge in den Lagen "Klostergarten", "Schloßberg" und "Sonnenberg" bewirtschaftet. Etwa 25 Flaschenwein vermarktende Betriebe sorgen für schmackhafte und fruchtige Köstlichkeiten aller Prädikatsstufen. Neben den Standardsorten Silvaner und Müller-Thurgau werden auch Neuzüchtungen wie Scheurebe, Faber, Bacchus, Kerner u.a. angebaut. Ein herrlicher Rotwein - Portugieser und Spätburgunder - erfreut sich neben dem bekannten Nachbarn "Ingelheimer Rotwein" großer Beliebtheit. Der Anbau fast aller Kern- und Steinobstsorten sowie Spargel lockert das Bild dieser fruchtbaren Hügellandschaft auf.

Schwabenheim ist seit eh und je für seine gute Gastronomie im weiten Umkreis bekannt. Alteingesessene Gasthöfe befinden sich in den herrschaftlichen Anwesen aus dem 18. Jh. rund um den Marktplatz mit seinem schönen alten Marktbrunnen. Darüber hinaus hat Schwabenheim weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie die Iro-Schotten-Kirche mit karolongischem Türsturz und Viergötterstein, die ehemalige Propstei aus dem 17. Jh. und das 1742 erbaute Rathaus. Nordöstlich des Dorfes Schwabenheim bietet sich ein Rundwanderweg durch das Landschaftsschutzgebiet "Pfauengrund" an.

Eine ganz eigene Geschichte hat das Schwabenheimer Wappen.